Theresa Osburg gewinnt den Hinhörer 2026
Mit „Ida – Klangstück über ein Leben mit Demenz“ hat Theresa Osburg den Hinhörer 2026 gewonnen. Die Jury überzeugte unter anderem der sensiblen Umgang mit dem Thema. Einen Sonderpreis erhielt Stella Thoma für ihren Beitrag „ueberLEBENsmodus – Femizide in Deutschland“.
Der Hinhörer ist eine Initiative von Netzwerk Journalismus zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer). Der Nachwuchspreis zeichnet junge Journalistinnen und Journalisten aus, die gesellschaftlich relevante Themen auf kreative und journalistisch überzeugende Weise hörbar machen. Alle Nominierten wurden zur Preisverleihung und zu einem zweitägigen Medien-Workshop nach Berlin eingeladen.
Jury: „Mehr als nur hörenswert“
Theresa Osburg aus Berlin überzeugte die Jury mit ihrem Beitrag „Ida – Klangstück über ein Leben mit Demenz“, den sie für couchFM produziert hat. Schon der Einstieg nahm die Hörerinnen und Hörer unmittelbar in das Thema hinein.
Die Jury lobte die 26-Jährige Osburg insbesondere für den sensiblen und empathischen Umgang mit dem Thema Demenz. Die Produktion sei handwerklich stark und gehe einen ungewöhnlichen Weg: Der Beitrag kommt weitgehend ohne klassischen Sprechertext aus. Stattdessen führen die O-Töne durch die Geschichte. „Das Thema Demenz wurde mit diesem Beitrag mehr als nur hörenswert umgesetzt“, lautet das Urteil der Hinhörer-Jury.
Sonderpreis für Stella Thoma
Einen Hinhörer-Sonderpreis vergab die Jury an Stella Thoma aus Ettlingen für „ueberLEBENsmodus – Femizide in Deutschland“. Thoma konnte bei der Preisverleihung in Berlin leider nicht dabei sein.
Der Sonderpreis hat einen besonderen Hintergrund: Ursprünglich war der Beitrag als Video-Projekt für OK-TV Ludwigshafen konzipiert und deshalb nicht eins zu eins mit den anderen Einreichungen vergleichbar. Die Jury bekam lediglich die Audio-Version zu hören. Die war jedoch so überzeugend, dass die Jurorinnen und Juroren es nicht bei einer Nominierung belassen wollten.
Die Jury würdigte das Thema als wichtig und den empathischen Zugang, mit dem die 20-Jährige es ihrem Publikum näherbringt.
Diese Beiträge waren für den Hinhörer 2026 nominiert
Neben Theresa Osburg und Stella Thoma waren acht weitere junge Journalistinnen und Journalisten nominiert:
- Christian Breitbart mit „Vollversammlung der ‚Studis gegen Rechts‘ Erfurt“, Radio F.R:E.I.
- Sarah Faßbender mit „Rechtsextremismus im Gaming“, MedienConcret sowie Radio Köln
- Julius Goldbeck mit der Wochenserie „Männertrauer vor Ort“, Ems-Vechte-Welle
- Charlotte Golde mit „Über 30 Grad und kein Schutz: Wie Wohnungslose unter der Hitze leiden“, MDR
- Alina Grinda mit „Ungewöhnliche Sportart: Besuch bei den Quadballern der TURA Braunschweig“, Radio Okerwelle
- Melanie Meyer mit „Dazwischenland: Ein Podcast über Flucht, Ankommen und alles Dazwischen“
- Pauline Sperling mit „Selbstbehauptungskurs der Polizei“, Radio Köln
- Evelyn Maria Turinsky mit „Wie entsteht eigentlich Filmmusik? Was KI nicht komponieren kann?“, Junger Kulturkanal
Der Hinhörer will junge Journalistinnen und Journalisten ermutigen, gesellschaftliche Themen mit journalistischer Qualität und kreativen Erzählformen umzusetzen. Genau das zeigte sich auch in diesem Jahr in der Vielfalt der nominierten Beiträge.
Von der dpa bis zum Privatradio
Die Preisverleihung war Teil eines zweitägigen Medien-Workshops, der den Nominierten Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Journalismus ermöglichte. Andreas Fauth, Chefredakteur und Vorsitzender Netzwerk Journalismus, und Jörn von Lutzau, Redakteur Medienhaus der EKHN in Frankfurt, haben den Medien-Workshop für Netzwerk Journalismus begleitet.
Zum Auftakt trafen sich die Teilnehmenden in der taz-Kantine. Anschließend ging es in den Newsroom der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bei einer Führung und einem Redaktionsgespräch mit Lea Matschulat, stellvertretende Redaktionsleiterin bei dpa audio&video service, konnten die Nominierten einen Blick hinter die Kulissen der Nachrichtenagentur werfen.
Bei 98.2 Radio Paradiso folgte ein weiterer Einblick in die Arbeit einer Radioredaktion. Redakteur Fabian Bessmann gab den Teilnehmenden einen Input und führte durch den Sender.
Videos zur Deutschen Einheit
Beim Workshop „Shorts vertical“ gingt es darum, wie journalistische Inhalte für vertikale Kurzvideos aufbereitet werden können. Es entstanden Videos zur Frage „Deutsche Einheit – Zukunft oder Ostalgie?“. Das Ergebnis findest du auf dem Instagram-Account von Netzwerk Journalismus.